Archiv für die Kategorie ‘Nationalmannschaft’

Roberto Baggio soll es richten

Montag, 02. August 2010

Nach dem blamablen Ausscheiden der italienischen Nationalmannschaft, erfolgen personelle Konsequenzen nicht nur auf dem Platz. Mit Roberto Baggio soll ein ehemaliges Idol der italienischen Nationalmannschaft nach dem WM-Debakel als Technischer Direktor aus der Krise helfen.

Der 43-jährige frühere Weltstar (u.a. Juventus Turin) nahm nach eigenen Angaben ein entsprechendes Angebot von Verbandspräsident Giancarlo Abete an und sicherte damit dem neuen Nationaltrainer Cesare Prandelli seine Unterstützung zu.

Gemeinsam versucht man jetzt einen Neubeginn:
Prandelli war selbst erst vor kurzem als Nachfolger von Marcello Lippi vorgestellt worden, der nach dem blamablen Vorrunden-Aus des Titelverteidigers in Südafrika den Hut nehmen musste.

Roberto Baggion, der Weltfußballer des Jahres 1993, beendete 2004 seine Spielerkarriere bei Brescia Calcio, um anschließend im Trainergeschäft Fuß zu fassen.

Nach der WM: Stadion von Kapstadt wird wohl weiter genutzt

Montag, 02. August 2010

Die größte Sorgen der WM-Kritiker waren neben der Sicherheit von Mannschaften & Fans die weitere Nutzung der entstandenen Infrastruktur.

Während der Weltmeisterschaft gab es keine gravierenden Zwischenfälle wie z.B. beim Afrika-Cup und nach Handelblatt-Informationen wurden wohl auch schon positive Ergebnisse im Bereich der weiteren Nutzung der Stadien erzielt:

In Kapstadt tragen die ansässigen Erstligisten Vasco da Gama und Ajax Cape Town zu Saisonbeginn am 27. August ihre Meisterschaftsspiele nacheinander im Green Point Stadium aus.

Allerdings wird das Stadion nicht das gleiche sein, wie jenes, das die Zuschauer beim letzten WM-Spiel (Deutschland-Uruguay) gesehen haben: Der umgerechnet 420 Mill. Euro teure Fußball-Palast soll nach Angaben des Handelsblattes nur rund 55 000 Besuchern Platz bieten – bei einem ursprünglichen Fassungsvermögen von von 66 600. Doch diese angestrebte Kapazität reicht für die südafrikanische Profiliga aus. So rechnen laut Clubangaben Vasco und Ajax man zum Saisonstart mit 40 000 Zuschauer.

Rugby-Club und ein weiterer Fußball-Verein sollen Stadion nach der WM weiter füllen

Die Sportveranstaltungen bleiben die Hoffnnung der Stadionbetreiber. So soll neben einem weiteren Profi-Fußballverein ein Top-Klub aus Südafrikas populärer Rugby-Meisterschaft in der Stadt im Kapstadter Stadion sein neues Zuhause finden.

Ein solche Fülle an Nutzungsmöglichkeiten bietet sich allerdings nur in Kapstadt: In anderen WM-Städten sind nicht so viele oder gar keine Spitzenclubs ansässig. In Polokwane und Nelspruit ist der Leerstand der Stadien daher sehr wahrscheinlich.

SPORT+MARKT-Studie stellt fest: Deutschland hatte bei der WM in Europa die treuesten Fans

Montag, 02. August 2010

Köln, 2. August 2010. Die sieben Spiele der DFB-Elf in Südafrika erzielten einen überragenden durchschnittlichen Marktanteil von 82,1 Prozent ab 3 Jahren. Dabei flossen die Zuschauer auf den Fanfesten gar nicht in die Quotenberechnung mit ein. Kein anderes Land in Europa hatte einen solchen Rückhalt in der Bevölkerung. Alle FIFA-WM-Partien kamen in Deutschland im frei empfangbaren Fernsehen auf einen Marktanteil von 48,0 Prozent im Schnitt. Das sind Ergebnisse einer Untersuchung von SPORT+MARKT über die Free-TV-Reichweiten der FIFA-WM-Spiele in der Schweiz, Frankreich, Deutschland, Spanien, U.K. und Italien.

„Die Deutschen begeistern sich für ihre Nationalmannschaft. Die Deutschen begeistern sich aber auch für die gesamte Weltmeisterschaft. Die FIFA WM ist hierzulande ein Fest, welches das gesamte Land für vier Wochen verbindet“, erklärt Hartmut Zastrow Vorstand SPORT+MARKT. „In anderen Ländern ist das Interesse an Spielen ohne die eigene Nationalmannschaft nicht so ausgeprägt wie in Deutschland oder der Schweiz.“

Am intensivsten wurde die FIFA WM in der Schweiz verfolgt, und trotz des Vorrundenaus der Mannschaft von Ottmar Hitzfeld. 51,7 Prozent der Eidgenossen verfolgten im Fernsehen die Partien der FIFA WM. Ein so hohen Marktanteil erreichte kein anderes der europäischen Länder. Die Schweiz war auch das einzige Land in der nicht ein Spiel der eigenen Mannschaft, sondern das Finale Niederlande – Spanien mit 2,21 Mio. die meisten TV-Zuschauer hatte.

Die Fernsehquoten für die FIFA WM war in allen europäischen Ländern sehr hoch. Dennoch gab es klare Unterschiede im Sehverhalten. Im Vergleich verfolgten die Franzosen die FIFA WM am wenigsten. Die FIFA-WM-Partien erreichten im französischen Free-TV einen durchschnittlichen Marktanteil von 31,6 Prozent, die drei Vorrundenpartien der „Bleus“ verfolgten im Schnitt 62 Prozent der Fernsehzuschauer.

„Traditionell sind die TV-Quoten in Frankreich bei großen Fußballturnieren nicht so hoch wie in anderen Ländern“, erklärt Zastrow. „Die Enttäuschung über die Equipe Tricolore hat dieses Mal ihr Übriges getan, dass Frankreich im Vergleich noch schlechter da steht. Dennoch sind die Marktanteile von über 30 Prozent beachtlich hoch, gerade wenn man sieht, dass für Frankreich das Turnier schnell wieder vorbei war.“

Während in U.K., Schweiz, Deutschland und Frankreich 56 oder mehr FIFA-WM-Partien im Free-TV zu sehen waren, konnten spanische und italienische TV-Zuschauer zahlreiche Spiele nur im Pay-TV sehen. Die wichtigsten Spiele liefen aber jeweils im Free-TV gemäß nationaler Regelungen, welche das WM-Finale und die WM-Partien des eigenen Teams als nationales Kulturgut schützen, sowie gemäß der FIFA-Politik, die wichtigsten Spiele im frei empfangbaren Fernsehen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wenig überraschend erzielte das FIFA-WM-Finale in den sechs Ländern einen überragenden Marktanteil von 68,1 Prozent im Schnitt.

Marktanteile der FIFA WM 2010 im Free-TV in sechs europäischen Ländern | www.sportundmarkt.de

Marktanteile der FIFA WM 2010 im Free-TV in sechs europäischen Ländern | www.sportundmarkt.de

Die FIFA-WM-Spiele mit den höchsten Free-TV-Quoten in sechs Ländern nach Marktanteil | www.sportundmarkt.de

Die FIFA-WM-Spiele mit den höchsten Free-TV-Quoten in sechs Ländern nach Marktanteil | www.sportundmarkt.de

Das System Löw – Der Schlüssel zum Erfolg

Donnerstag, 22. Juli 2010

Die Vertragsverlängerung von Jogi Löw war in den letzten Wochen eines der bestimmenden Themen in der Medienlandschaft.
Nach dem guten Abschneiden bei der Weltmeisterschaft in Südafrika und dem dort dargebotenem Fußball wurde Dr. Zwanziger geradezu von Öffentlichkeit und Verantwortlichen „genötigt“, den Vertrag zu verlängern.

Der Schlüssel zum Erfolg: Konzeptfußball

Dabei ist der Schlüssel zum Erfolg doch ein ganz einfacher und wird in Fußball-Fachkreisen „Konzeptfußball“ genannt.

  • Finden & Festhalten an einem System
  • Verzicht auf Spieler, die in dieses System nicht passen
  • Vertrauen in die Spieler
  • guter Fitnessstand

Die Wahl des Systems

Im modernen Fußball hat sich mittlerweile das Spiel mit einem Stürmer etabliert. So sieht man es bei Champions League-Sieger Inter Mailand, beim FC Bayern München, aber auch bei Weltmeister Spanien oder den Vorreitern im europäischen Fußball Chelsea London, FC Barcelona und Manchester United.

Dabei ist das Spiel mit einem Stürmer nicht zwingend defensiver Natur. Obgleich gerade Inter Mailand und Chelsea das System sehr defensiv auslegen.
Dass mit diesem System aber auch Zauberfußball gespielt werden kann, zeigen allen voran die Spanier, der FC Barcelona, Manchester United und die Bayern.
Schnell wird hier aus dem Alleinunterhalter im Sturm mit zwei schnellen eine Dreier-Sturmreihe.

Seit langem hat eine deutsche Nationalmannschaft wieder genau diese Spielertypen zur Verfügung: technisch versiert, schnell und kreativ. Sodass die Wahl dieses Systems durchaus einleuchtend erschien.
Allerdings sind für dieses System neben den schnellen und spielstarken Außenbahnen auch andere Spieler notwendig:
Natürlich in erster Linie ein kompaktes Mittelfeld, was für die Deutschen nie ein Problem darstellte. Aber viel wichtiger ist ein Stürmer, der erstens selbst torgefährlich ist, zweitens ebenso ein spielender Stürmer ist und drittens mit seinem Körper durchsetzungsstark agiert und so freie Räume gewinnt.

Verzicht auf Spieler, die nicht ins System passen

Folgerichtig hatte Löw auf der Stürmer-Position ein Problem:

  • Mario Gomez bringt genau diese Vorraussetzungen mit, hatte aber nach seinem guten Start bei den Bayern mit großen Akzeptanzproblemen im Verein zu kämpfen. Darüber hinaus hat er bei den deutschen Fans nach der EM 2008 keine große Lobby.
  • Miroslav Klose hatte wie Gomez in der abgelaufenen Spielzeit wenige Einsätze bei den Bayern und konnte nicht wie gewohnt überzeugen. Doch auch auf ihn passt das Anforderungsprofil der Position haargenau. Zudem hat er bewiesen, dass er bei großen Turnieren ein echter Tor-Garant ist.
  • Cacaus Stärken liegen ebenfalls im hohen Laufpensum, der Spielstärke und im Zug zum Tor aus allen erdenklichen Lagen. Leider fehlt dem gebürtigen Brasilianer die körperliche Robustheit, sodass er als Alleinunterhalter gegen Innenverteidiger wie Puyol und Pique körperlich das Nachsehen hat. Außerdem holt er sich lieber die Bälle weit im Feld und fehlt dann als Anspielstation in der Spitze.
  • Stefan Kießlings Situation ist mit der von Cacau vergleichbar. Auch wenn er viele Tore in der Bundesliga geschossen hat, lebt er vom Spiel mit zwei Stürmern. Das Zusammenspiel mit Derdiyok funktioniert super, aber passt halt nicht in das von Löw favorisierte Spiel.
  • Kevin Kuranyi dagegen bringt kaum eine Eigenschaft mit, die auf das Anforderungsprofil des Bundestrainers passt. Zweifelsohne ist er torgefährlich, aber spielerisch ist er im Vergleich der Schwächste der genannten und körperlich hat er auch Defizite. Hinzu kommt die Unruhe um seine Person und den DFB. Dies wäre ein Thema gewesen, dass die vor jeder Bekanntgabe der Aufstellung thematisiert worden wäre. Mit einem Verzicht hat sich diesen potentiellen medialen Unruheherd entledigt.

Vertrauen in die Spieler

Da Gomez in seinen jungen Jahren zu sehr unter Beschuss steht, entschied sich Löw für Klose. Zumal er genau wusste, was er an ihm hat. Klose ist ein stiller Arbeiter und kein Lautsprecher, der lieber Taten als Worte sprechen lässt.
Außerdem ist er ein Bezugspunkt für die jungen Spieler: Egal ob es die jungen Bayern Badstuber und Müller sind oder der immer wieder gescholtene Podolski. Klose hat zu allen Spielern einen Draht und wird aufgrund seines Einsatzes von jedem akzeptiert.
Und Löw behielt Recht: Immerhin spielten Podolski und Klose ein super Weltmeisterschaft und zahlten das Vertrauen, das in sie gesetzt wurde zurück.

Doch auch bei der Besetzung der anderen Positionen hatte Löw ein gutes Händchen. So entschied er sich im Mittelfeld für junge hungrige Talente, die Löws favorisierte Art Fußball zu spielen verstanden und auch umsetzen wollten.
Außen vor blieben verdiente Nationalspieler wie Janssen oder Trochowski, die schon ihre eigene Art Fußball zu spielen entwickelt haben.

guter Fitnessstand

Gepaart mit einem guten Fitnesstand, hier vertraute Löw auf die amerikanischen Fitness-Experten von Jürgen Klinsmann, schickte Löw eine spielstarke und optimal eingestellte Mannschaft ins Rennen, die nicht über die Einzelspieler zum Erfolg kommt, sondern im Kollektiv das Spiel gewinnen will.

Herr Löw, bitte machen Sie so weiter und lassen Sie sich nicht, von den Stimmen der Medien unter Druck setzen. Fußball-Deutschland wird es Ihnen danken…

Michael Ballack – Wie er wieder der Capitano wird

Donnerstag, 22. Juli 2010

Michael Ballack ist zurück in der Bundesliga. Jahrelang war er der einzige deutsche Nationalspieler, der im Ausland bei einem Topclub unter Vertrag stand.
Außerdem war er über Jahre hinweg der „Capitano“ der uneingeschränkte Chef auf und neben dem Platz in der Nationalmannschaft.

Mit mittlerweile 33 Jahren hat Ballack allerdings die besten Jahre seiner Karriere überschritten. Der Vertrag bei Chelsea London wurde nicht verlängert und aufgrund seiner schweren Verletzung konnte Ballack nicht an der Weltmeisterschaft in Südafrika teilnehmen.

Für viele ein Schock und gleichzeitig das vorzeitige WM-Aus, weil die jungen Spieler zuvor sehr selten ohne den Mittelfeld-Strategen Ballack überzeugen konnten.
Zudem steckten Klose, Mertesacker oder Friedrich, alles potentielle Ballack-Nachfolger als Chef auf dem Platz, in Formkrisen bzw. hatten eine rabenschwarze Saison hinter sich.

Das Problem der Hierarchie

Doch wie wir alle wissen, kam es anders als gedacht:
Die deutsche Nationalmannschaft ließ sich den Verlust von Ballack nicht anmerken, zumal Löw „klug die Bürde der Verantwortung auf mehrere Schultern verteilte“, wie es in vielen Medien zu hören war.
Fraglich ist, inwieweit ein Trainer auf die Bildung einer Hierarchie Einfluss nehmen kann. Sicherlich hat im Fall Klose und Podolski das permanente Vertrauen selbst nach schlechten Leistungen den Spielern gut getan. Doch viel wichtiger: Klose und Podolski haben das Vertrauen mit guten Leistungen zurück gezahlt.

Dementsprechend ist es eher die gute Leistung, die entscheidend ist, ob und wie sich eine Hierarchie bildet. Das belegt auch das Beispiel von Bastian Schweinsteiger.
Vor der Saison von vielen als zu langsam zu behäbig und zu schwankend in den Leistungen abgeschrieben, erlebte Schweinsteiger unter Louis van Gaal eine fußballerische Neu-Geburt: als begnadeter Stratege mit exzellenten Defensivverhalten, unermüdlichen Einsatz und zentralen Position für sämtliche Offensivaktionen (Anm.: Schweinsteiger hatte die meisten Ballkontakte, die meisten Torvorlagen und legte die weiteste Entfernung aller deutschen Nationalspieler in den Spielen zurück).

Schweinsteiger der „Emotional-Leader“ – Lahm der Kapitän auf dem Feld

Sportlich war er also nicht ohne Grund DER Mittelpunkt der Mannschaft, doch auch durch seinen eigenen Karriereverlauf ist er der prädestinierte Anführer der jungen Wilden. Selbst als Jugendlicher beim großen FC Bayern München zum Star geworden, früh Nationalspieler und bei der WM 2006 Hoffnung & Liebling einer ganzen Nation gewesen, kam der Fall in die Bedeutungslosigkeit. Trotz großer Kritik kam er wieder. Stärker als je zuvor.
An solch Charakteren können sich die jungen Leute orientieren, zumal er für die Jungen wie Müller und Badstuber einen Bezugspunkt aus ihrem alltäglichen Umfeld darstellt.

Im Gegensatz dazu Philipp Lahm: Mister Zuverlässig, auch wenn er diese Saison keine überragende Spielzeit ablieferte, ist er unangefochtener Stammspieler und ein sachlicher Vertreter, der wie Schweinsteiger schon in jungen Jahren auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken kann.

Unterschiede zu Ballack

Schweinsteiger und Lahm unterscheiden sich entscheidend zu Michael Ballack.
Der Kapitän der alten Schule ist Alleinherrscher auf dem Platz und duldet keinen anderen Spieler auf Augenhöhe. Ballack scheut auch nicht die öffentliche Konfrontation mit den Verantwortlichen, wie z.B. der Streit mit Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff beweißt.
Schweinsteiger und Lahm setzen eher auf das Kollektiv: Schweinsteiger hat sich nie darüber beklagt, dass er nicht Kapitän geworden ist, sondern Philipp Lahm.

Das brauchte er auch nicht! Aufgrund seiner Leistung, seiner Ausstrahlung und seinem Ansehen in der Mannschaft braucht Schweinsteiger keine Binde, um zu zeigen, dass der Anführer ist.
Anders Lahm, der vehement bekräftigte DFB-Kapitän bleiben zu wollen („Warum soll ich das Amt freiwillig abgeben?“). Dies gehört allerdings zur neuen Rolle vom Münchener: Angefangen mit seinem Interview, in dem er gegen seinen eigenen Club schoss und eine empfindliche Geldstrafe als Quittung bekam, möchte er an seiner Außendarstellung arbeiten. Weg vom lieben kleinen Philipp hin zu einem gestandenen Weltstar, dessen Wort Gewicht hat.

Leider kauft man ihm diese Entwicklung nicht wirklich ab, sodass Lahm selbst mit solchen Possenspielen nachhelfen muss.

Ballack hoffentlich kein zweiter Fall Frings

Ballack darf nicht den Fehler begehen und sich auf solche Spiele einlassen, denn in der jetzigen Situation (Neuanfang in Leverkusen, überragendes Ergebnis der DFB-Elf in Südafrika), ist er der Herausforderer.
Anders sich über die Presse zu profilieren, sollte Ballack sein Glück in der Offensive suchen und zwar auf dem Platz.
Knüpft Ballack unter Jupp Heynckes an alte Form an, dürfte einer Rückkehr in die Nationalmannschaft nichts im Wege stehen. Allerdings hat er auch hier eine andere Rolle einzunehmen.

Ballack ist Herausforderer

Ballack muss einsehen, dass das Kollektiv über dem Alleinherrscher steht. Zusammen mit Schweinsteiger hätte man dann eine absolute Weltklasse-Achse auf dem Platz. Erstens rein sportlich, aber auch aus Sicht der Erfahrung.
Denn gerade in Spielen, die auf Messerschneide stehen, zu kippen drohen oder nicht nach Wunsch verlaufen, ist Ballack nach wie vor eine Wunderwaffe. Durch seine Standards, die Kopfstärke, aber auch sein großes Laufpensum und die Ruhe, die er auf dem Platz ausstrahlt, wäre er zu Schweinsteiger die optimale Ergänzung gewesen.
Gerade in Spielen wie gegen Serbien, in der heißen Phase gegen England oder im Halbfinale gegen Spanien fehlte neben Schweinsteiger ein Spieler, der versucht das Spiel zu ordnen und dem tapfer kämpfenden Schweinsteiger zur Seite zu stehen.

Dies hat ein Philipp Lahm nicht gezeigt, was aber sicherlich auch an seiner Position auf dem Feld liegen kann.

Parallelen aus der DFB-Vergangenheit

Aus den Geschehnissen der letzten Jahre sollte der Neu-Leverkusener also lernen:
Torsten Frings hatte ebenfalls über die Presse nachdrücklich seine Stellung in der Mannschaft zementieren wollen, zeigte aber auf dem Platz (besonders bei der EM in Österreich und der Schweiz) keine Leistungen, die der eingeforderten Stellung gerecht wurden.

Oliver Kahn dagegen wurde 2004 vom damaligen Bundestrainer Klinsmann entmachtet und Michael Ballack wurde Kapitän. Kahn zeigte sich zwar enttäuscht, machte aber mit guten Leistungen weiterhin klar, dass seine Stellung innerhalb der Mannschaft unter dem Verlust der Binde nicht gelitten hat.

Ballack hat sein Schicksal also selbst in der Hand…
Es sei denn Löw entscheidet sich für die Jugendvariante und opfert Ballack für Sami Khedira. Diese Maßnahme wäre aber bei entsprechenden Leistungen von Ballack nicht lange haltbar.

Bundestrainer Löw verlängert seinen Vertrag – Euphorie sieht anders aus

Donnerstag, 22. Juli 2010

Als DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger auf einer Pressekonferenz die Vertragsverlängerung mit den Verantwortlichen der deutschen Nationalmannschaft bekannt gab, waren einige Zuschauer irritiert.

Nach dem tollen Abschneiden bei der Weltmeisterschaft in Südafrika, wo alle Welt vom tollen Fußball schwärmte, den die Jungs von Jogi Löw vor allem gegen England und Argentinien zeigten, war Löw noch in den Trainer-Olymp gehoben worden.
Deutschlands Fußball-Experten waren und sind sich einig: Für diese junge und erfolgshungrige Mannschaft gibt es keinen besseren Trainer als Jogi Löw.

Demnach müsste Dr. Zwanziger doch frohlocken, dass Löw und sein Team (Teammanager Oliver Bierhoff, Co-Trainer Hansi Flick und Torwarttrainer Andreas Köpke) ihre Verträge beim DFB für zwei Jahre verlängert haben.

Warum wirkt Dr. Zwanziger so zerknirscht?!

Doch Zwanziger schwant wohl böses…

Es ist kein Geheimnis, dass Löw und vor allem Bierhoff mehr Kompetenzen im Umfeld der Nationalmannschaft forderte. Hauptstreitpunkt ist die Verantwortlichkeit der höchsten Junioren-Nationalmannschaft – der U21.
Derzeit hat hier noch DFB-Sportdirektor Matthias Sammer das Sagen und entscheidet über Spielsystem, Terminierung und Abgabe an die A-Nationalmannschaft.

Offiziell ändert sich an diesen Kompetenzen nichts, doch dass es den Herren Löw, Bierhoff und Flick nur um Geld geht, kann man sich kaum vorstellen. Immerhin könnten sie –gerade nach den Leistungen der letzten WM- überall auf der Welt hochdotierte Stellen annehmen…
Es bleibt also abzuwarten, wie sich der DFB bei der Regelung der Machtverhältnisse verhält…

Vielleicht hat man im DFB ja auch aus der Medienfarce um Amerell und Kempter gelernt und schafft es diesmal eine interne und vertretbare Übereinkunft zu treffen, die dann wirklich intern bleibt.

Die Verlängerung der Verträge war die absolut richtige Entscheidung

Der DFB / Dr. Zwanziger haben mit der Verlängerung von Löw auf jeden Fall alles richtig gemacht. Erstens wäre es aus sportlicher Sicht nicht vertretbar den „Vater des Erfolgs“ einer jungen, talentierten Mannschaft nicht weiterzubeschäftigen, der es als einziger Trainer neben Spaninens del Bosque geschafft hat, seiner Mannschat Konzeptfußball „beizubringen“.

Wichtig: schnelle Vertragsverlängerung – Die Person Michael Ballack sorgt für genug Zündstoff

Dass die Vertragsverlängerung schnell unter Dach und Fach gebracht wurde, war enorm wichtig. Immerhin schwillt der Streit um die Person Michael Ballack immer bedrohlicher an. Schon jetzt streiten sich Ballack-Fürsprecher und – Kritiker über seine Rolle in der Nationalelf oder ob Philipp Lahm nicht der bessere Kapitän ist.

Doch dies ist ein neuer Brandherd. Der DFB bzw. Dr. Zwanziger haben ihre Hausaufgaben erstmal gemacht…

Harald Stenger bleibt der Fußball-Nationalmannschaft wohl erhalten

Donnerstag, 22. Juli 2010

Harald Stenger ist verantwortlich für die gesamte Öffentlichkeitsarbeit beim DFB.

Zu seinen wichtigsten Aufgaben gehört vorallem die Planung und Leitung der Pressekonferenzen. Der “Mittler zwischen Mannschaft und Medien”, wie sich Stenger selbst bezeichnet, ist besonders durch seine lockere und sympathische Art bei vielen Fußball-Fans im Gedächtnis geblieben.

Die Beliebtheit des ehemaligen Journalisten nahm auch das ZDF in einem Beitrag zur ausgefallenen Pressekonferenz vor dem Argentinien-Spiel auf.

Allerdings grasierten schon Anfang des Jahres Gerüchte, dass Stenger nach der Weltmeisterschaft in Südafrika seinen Posten räumen sollte.

Jetzt nach der Löw-Verlängerung gibt es aber wohl eine Kehrtwende. So berichtet unter anderem die Frankfurter Rundschau, dass Stenger wohl beim DFB bleibt.

Der Capitano kehrt heim – Michael Ballack zu Bayer Leverkusen

Freitag, 25. Juni 2010

Leverkusen – Nun ist es amtlich. Die Spekulationen unter den Fußball-Fachmännern hat ein Ende: Michael Ballack – der Capitano der deutschen Fußball Nationalmannschaft – kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück.

Zwar wurde der geborene Chemnitzer mit dem 1. FC Kaiserslautern schon deutscher Meister, aber den großen Durchbruch schaffte Ballack erst unter dem Bayer-Kreuz und zusammen mit Manager-Schwergewicht Reiner Callmund.

Für Ballack, der den millionenschweren FC Chelsea nach Auslauf seines Vertrages ablösefrei verlässt, werden es weniger sportliche Gründe gewesen sein, die ihn zu seiner Rückkehr in die deutsche Bundesliga bewegten:

Vielmehr wird ihm Bayer eine entsprechende Stelle im Fußbal-Stab nach seiner Karriere zugesagt haben. Für beide Seiten ein gutes Geschäft: Immerhin gehört Ballack neben Bayer-Manager Rudi Völler zu den bekanntesten Stars, die bisher das Bayer-Trikot trugen. So einen Mann mit außerordentlicher Medienpräsenz hat mein gerne in seinen Reihen.

Und für Ballack, der immerhin für ein zweijähriges Engagement noch einmal 12 Mio. Euro erhalten soll, bietet Leverkusen ein spannendes und vertrautes Umfeld für die Karriere nach der Karriere.

Vuvuzelas-Lärm – Auch Vuvuzelas machen narrisch!

Freitag, 25. Juni 2010

Wien (OTS) – Vuvuzelas-Lärm ist derzeit in aller Munde – und auch Ohren. Messungen der AUVA haben ergeben, dass bereits eine einzige Vuvuzela rd. 110 dB schafft. Im Vergleich dazu kann eine Dauerlärmbelästigung am Arbeitsplatz von 85 dB schon zu Gehörschädigungen führen. Daher gilt: Vermeiden Sie dauernde Lärmbelastungen, und halten Sie einfach einen gewissen Abstand zu den Tröten.

Fotocredit: AUVA

Fotocredit: AUVA

In der Vielfalt liegt viel Kraft – Das neue Gesicht der DFB-Auswahl

Freitag, 25. Juni 2010

Berlin (ots) – Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen. Rahn schießt … Nein, Rahn schießt nicht mehr. Özil schießt. Oder Cacau. Oder Podolski, Khedira, Boateng. Es ist eher eine deutsche International- als eine Nationalmannschaft, die da gerade ins Achtelfinale vorgedrungen ist bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Ein ziemlich zusammengewürfelter Haufen, den wir anfeuern, mit dem wir mitfiebern, über den wir stöhnen zu Hause und in den Kneipen und auf den Fanmeilen.

Manchmal spielen sie sogar ganz anders als “wir”, fein und filigran. Wir sind dann sehr stolz auf uns. Es ist ja kein ganz neues Phänomen im Fußball, dass junge Menschen mit Migrationshintergrund diesen wunderbaren Sport wählen, um endlich mittendrin zu sein in unserer Gesellschaft. Um Freunde zu finden, Spaß, aber auch die Möglichkeit zum Erfolg, zum gesellschaftlichen Aufstieg.

Der legendäre Schalker Kreisel zum Beispiel drehte sich vor jetzt bald 100 Jahren um Fritz Szepan und Ernst Kuzorra, deren Eltern aus Ostpreußen ins Ruhrgebiet gekommen waren, auf der Suche nach Arbeit. Wir sollten uns also nicht zu sehr wundern, uns erst recht nicht zu sehr bewundern für unsere Integrationsfähigkeit. Das hat, auf dieser Ebene, auch schon unter anderen, härteren Umständen ganz gut funktioniert.

Und dennoch dürfen wir uns freuen. Über das 1:0 von Mesut Özil, das uns geborene Weltmeister ziemlich erleichtert hat. Und über diese zuweilen sehr spielstarke Mannschaft, die den deutschen Tugenden jenen Schuss internationaler Schnelligkeit und Wendigkeit hinzufügt, der auf sehr unterhaltsame Fußballabende hoffen lässt in den kommenden Jahren. Die sind ja alle noch nicht so alt. Wenn’s nicht klappt am Sonntag gegen die Engländer, sollten wir das bedenken, ehe wir den Flachbildschirm aus dem Fenster schmeißen vor lauter Enttäuschung. Wir stehen am Anfang, nicht am Ende einer Entwicklung.

Das gilt auch für den zweiten freudvollen Aspekt dieser neuen deutschen Mannschaft. Sie ist sichtbarer Ausdruck und Symbol der wichtigen gesellschaftlichen Arbeit, die unsere Sportvereine leisten. Integration von Menschen mit Wurzeln in der Fremde ist ja nicht auf die Spitzenmannschaften in der Bundesliga oder gar in den Auswahlteams beschränkt. Sie findet jeden Tag statt. Beim Training. In der Kabine. Bei den Spielen.

Es gibt dort sehr viele Menschen, Trainer, Jugendwarte, Vereinsvorsitzende, Betreuer, die sich engagieren, ehrenamtlich und ohne viel Aufhebens davon zu machen. Wenn dieses deutsche Team weiterkommt, attraktiv spielt; wenn Menschen mit und ohne ausländische Wurzeln gemeinsam jubeln auf der Fanmeile über Özils Tor und Müllers Pass – dann ist das auch ein Erfolg dieser Menschen. Und es ist ein Ansporn für uns, für Deutschland weiterzumachen auf dem Weg zu einer Gesellschaft, die aus ihrer Vielfältigkeit, auch aus ihren Konflikten eine Stärke macht.