Am 29. Spieltag trifft Felix Magath in Gelsenkirchen auf seine Ex-Mannschaft, die unter der Woche Inter Mailand abgeschossen hat und das nun auch mit den Wölfen vor hat. Im Keller könnten Mannschaften wie Köln, Bremen oder Frankfurt einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen.
Eintracht Frankfurt – Werder Bremen
Heute Abend bestreitet Christoph Daum sein erstes Heimspiel als Frankfurter Trainer. Nach dem glücklichen 1:1 gegen den VfL Wolfsburg gilt es für die Frankfurter nun dreifach zu punkten. Daum redet sein Spieler stark, doch haben es diese in den letzten Spielen weder unter Michael Skibbe noch am letzten Spieltag unter Beweis gestellt. Hoffnung macht Daum die Rückkehr von Pirmin Schwegler ins zentrale Mittelfeld, der dort wieder für Stabilität sorgen sollte. Fraglich ist hingegen wer Kapitän Patrick Ochs (Gelbsperre) ersetzt. Alternativen auf der offensiven Außenposition sind Heller, Fenin, Köhler und Kittel.
In Bremen könnte mit einem Sieg die größten Abstiegssorgen ad acta gelegt werden. Mit dann 36 Punkten sollten die Bremer so gut wie gesichert sein. Doch stehen hinter einigen Bremer Stammspielern Fragezeichen. Per Mertesacker hat sich einen Infekt eingefangen, Tim Borowski hat Probleme mit seinem operierten Fußgelenk und Claudio Pizarro verletzte sich beim Länderspielcomeback für Peru vorletzten Dienstag gegen Ecuador am Sprunggelenk und konnte seitdem nicht mehr auf dem Platz trainieren. Die Einsatzchancen bei Mertesacker und Borowski stehen nicht schlecht. Bei Pizarro hingegen halten die Ärzte hingegen Einsatz für zu früh.
FC Schalke – VfL Wolfsburg
In dieser Saison konnten die Schalker selten nach Champions League-Auftritten überzeugen. Doch dieses Mal könnte dies anders sein. Nach dem sensationellen und spektakulären 5:2 Erfolg in Mailand steht der Fokus auf dem Spiel gegen den Ex-Trainer. Spieler wie Alexander Baumjohann, Hans Sarpei und Edu wollen Felix Magath beweisen, dass sie die Klasse haben, die ihnen Magath am Ende nicht mehr zugetraut hat. Ralf Rangnick hat es schnell geschafft seine Vorstellungen umzusetzen. Seine offene und kommunikative Art kommt bei den Spielern gut an. Die Mannschaft strotzt vor Selbstbewusstsein. Deshalb sollte es auch keine großen Änderungen im Vergleich zum Spiel am Dienstag geben.
Für Felix Magath ist es zwar nicht sein erstes Spiel gegen einen Ex-Klub, doch wird diese Spiel ein besonderes für ihn sein. Die Chance der Wolfsburger könnte darin bestehen, dass die Schalker Spieler überdrehen, weil sie zu viel wollen. Doch fallen mit Friedrich und Mandzukic zwei Spieler aus, die erst einmal ersetzt werden müssen.
Hamburger SV – Borussia Dortmund
Langsam kehrt in Hamburg Ruhe ein. Training Michael Oenning arbeitet ohne große Nebengeräusche mit der Mannschaft. Zwar ist seine Zukunft noch nicht geklärt, doch besteht die Möglichkeit, dass Oenning auch nächstes Jahr Trainer in Hamburg bleibt. Auf Trennung stehen die Zeichen bei Piotr Trochowski, der zum FC Sevilla wechselt und Frank Rost dessen Vertrag nicht verlängert. Bei Paulo Guerrero, Guy Demel, Jonathan Pitroipa und Eljero Elia ist es fraglich, ob sie zur neuen Saison für die Hanseaten auflaufen. Bei Mladen Petric, Ze Roberto und David Jarolim stehen demnächst auch Gespräche an, die Chance, dass sie weiterhin für den HSV spielen stehen gut.
In Dortmund bewahrt das Führungstrio weiterhin Ruhe und lässt sich nicht von der Euphorie anstecken. Nach dem letzten Erfolg gegen Hannover sollte auch dem letzten Kritiker klar, dass die junge Dortmunder Mannschaft auch mit Druck klar kommt. Aus dem Spielen gegen Leverkusen, München und Hannover holte Dortmund 15 von möglichen 18 Punkten und die Niederlage gegen Leverkusen datiert vom 1.Spieltag.
SC Freiburg – TSG Hoffenheim
Das Spiel der Mannschaften für die es weder nach unten noch nach oben geht. In Freiburg wird schon an der nächsten Saison gearbeitet. Mit Marcus Sorg steht der Nachfolger mit Robin Dutt schon fest. Ömer Toprak wird Dutt wohl nach Leverkusen folgen. Freiburg wird wie in der Vergangenheit bei den Neuzugängen auf eigene Talente und unbekannte, junge Spieler setzen, die in Freiburg den Durchbruch schaffen wollen.
In Hoffenheim hingegen ist die Trainerfrage noch offen. Holger Stanislawski ist ein heißer Kandidat in Hoffenheim. Zwar äußert sich Manager Tanner nicht zur Trainerdiskussion. Jedoch konnte Marco Pezzaiouli die Erwartungen bisher nicht erfüllen. Die Mannschaft spielt zwar offensiv, aber ohne Durchschlagskraft. Die Hoffenheimer besitzen eine junge, talentierte Mannschaft, die ihr Potenzial noch nicht abgerufen hat.
Hannover 96 – FSV Mainz
Am Samstag kommt es zum Kampf um die Europa-League-Plätze. Zwar schielen die Hannoveraner noch auf Platz 3. Doch ist davon auszugehen, dass Bayern diesen bis zum Saisonende nicht mehr abgeben werden. Slomka verspricht das sein Team wie immer Vollgas geben wird. Doch treffen in diesem Spiel zwei ähnliche Systeme aufeinander. Stabile Defensive, eine klare Strategie und schnelles Umkehrspiel zeichnen die beiden Mannschaften aus. Sollte beiden Mannschaften doch nicht das Risiko suchen, könnte es dazu führen, dass sie sich neutralisieren. Bei den Hannoveranern wird Slomka wohl wieder auf Ron-Robert Zieler im Tor zurückgreifen können. Ansonsten wird er den Feldspielern aus dem Dortmund-Spiel vertrauen. Thomas Tuchel hingegen kann nicht aus dem vollem schöpfen. Elkin Soto (Oberschenkelzerrung) und Christian Fuchs (Gelbsperre) stehen nicht zur Verfügung.
1.FC Nürnberg – Bayern München
Nach zuletzt zwei Niederlagen geht es für Nürnberg darum wieder in die Erfolgsspur zu finden. Die Niederlagen gegen Bremen und in Köln waren zwar unnötig, doch sind die Nürnberger realistisch genug, sich jetzt keine Krise einreden zu lassen. Im Derby gegen die Bayern haben die Nürnberger nichts zu verlieren. Ein Sprung auf Platz 5 ist zwar möglich doch kein Muss. Personell kann Dieter Hecking aus dem Vollen schöpfen. Nach sechswöchiger Verletzungspause wird Julian Schieber wieder in den Kader zurückkehren und als Joker wieder zur Verfügung stehen.
In München hingegen ist die Verteidigung des dritten Platzes, den man sich am letzten Spieltag im Fernduell gegen Hannover erobert hat, Pflicht. Doch wurde das Sportliche diese Woche nicht so beachtet wie das Verhalten der Fans beim letzen Heimspiel. Eine kleine Gruppe hat es sich rausgenommen Kritik an Uli Hoeneß zu äußern. Der Vorstand hat sich ganz klar von diesen Fans distanziert und hofft damit einen Selbstreinigungsprozess in Gang gesetzt zu haben. Sportlich muss sich auch ein Selbstreinigungsprozess stattfinden. Zwar wurde das letzte Spiel gegen Mönchengladbach gewonnen, doch wird sich die Führung solch eine Leistung nicht noch einmal gefallen lassen. Louis van Gaal wird wohl der Elf vom letzten Wochenende vertrauen. Man darf gespannt sein, ob sie dieses Vertrauen rechtfertigen.
VfB Stuttgart – 1.FC Kaiserslautern
Die beiden Mannschaften, die direkt vor den Abstiegsplätzen stehen treffen aufeinander. Die sorgt für Brisanz. Ist die Gefahr doch groß, dass sich der Verlierer dieser Partie am Ende dieses Spieltages auf einem Abstiegsplatz befindet. In Stuttgart hofft Trainer Bruno Labbadia den Trend der letzten Wochen erfolgreich fortsetzen zu können. Die letzten fünf Spiele wurden nicht verloren. Er will nicht schön, sondern erfolgreich spielen. Dafür steht ihm auch so gut wie der ganze Kader zur Verfügung. Deshalb sollte es in der Startelf auch keine Änderungen geben. Kaiserlautern hat letzte Woche nach Spielen ohne Niederlage gegen Leverkusen verloren. Doch wirft dies die Pfälzer nicht aus der Bahn. Fraglich ist, ob Trainer Marco Kurz auf Ivo Ilicevic und Jan Moravek zurückgreifen kann. Der Ausfall der Stammkräfte könnte das Offensivspiel der Lauterer sehr hemmen.
Borussia Mönchengladbach – 1. FC Köln
Am Sonntag kommt es zum rheinischen Derby. Es kommt zum Duell der schlechtesten Heimmannschaft gegen die schlechteste Auswärtsmannschaft. Beim Hinspiel befanden sich beiden Mannschaften noch in akuter Abstiegsnot und Gladbach fertigte die Kölner mit einer 4:0-Klatsche ab. Seitdem sind die Wege der rheinischen Rivalen auseinander gegangen. Gladbach ist immer noch Tabellenletzter und die Chancen die Klasse zu halten werden von Spieltag zu Spieltag schlechter. Die Kölner hingegen benötigen noch einen Sieg, um dann mit 38 Punkten so gut wie gerettet zu sein. Neben dem vorzeitigen Klassenerhalt ist Frank Schaefer die interessanteste Personalie am Geißbockheim. Zwar hat der Trainer schon zu Amtsantritt verkündet, dass er erst bei Klassenerhalt über eine Vertragsverlängerung verhandelt, doch entstehen die ersten Gerüchte, dass Schaefer am Saisonende zur U23 zurückkehren möchte. Gründe sollen sein, dass ihm das Rampenlicht, in dem er steht nicht gefällt und er zeitlich so sehr verplant, dass ihm nicht genug private Zeit bleibt. Für die Kölner wäre es ein herber Verlust. Hat doch Schaefer der Mannschaft in den letzten Monaten der Mannschaft Spielkultur und Selbstbewusstsein vermittelt. Ebenso stehen die Fans hinter dem kölschen Trainergespann Schaefer / Lottner.
Der Trainerwechsel in Gladbach hat seine Wirkung auch nicht verfehlt. Doch kam dieser wahrscheinlich zu spät. Am Sonntag könnte es dann auch zum Pflichtspieldebüt von Marc Andre ter Stegen im Tor der Gladbacher kommen. Nachdem sich ter Stegen im ersten Training unter Favre verletzt hat und nun wieder im Training ist, sind die Chancen groß, dass er auch aufgestellt wird. Haben sich seine Vorgänger doch nicht wirklich mit Ruhm bekleckert. In Köln könnte Adil Chihi für Christian Clemens in die Startelf rücken. Nach seiner Degradierung im Herbst in die U23, hat sich Chihi wieder in den Fokus gespielt und laut Volker Finke besteht jetzt sogar die Chance auf eine Vertragsverlängerung.
Bayer Leverkusen – FC St. Pauli
Zum Abschluss des Spieltages kommt es zum Duell Tabellenzweiter gegen Tabellenvorletzter. Der Tabellenplatz spiegelt auch das momentane Leistungsniveau der beiden Mannschaften wieder. Leverkusen ist die beste Mannschaft der Rückrunde und spielt seit Jahren mal wieder eine konstante Saison ohne Rückschläge. Auf der anderen Seite die Kicker vom Kiez, die ihre letzten sechs Spiele verloren haben. Diese Negativserie wurde letzte Woche beim Spiel gegen Schalke noch von dem Becherwurfskandal überschattet, welches zu Folge hat, dass St. Pauli vielleicht ein Geisterspiel austragen muss. Sportlich konnte Holger Stanislawski die Ausfälle in der Defensive bisher nicht kompensieren. Hoffnung macht die schnelle Genesung von Fabio Moreno, der am Wochenende vielleicht wieder zur Verfügung stehen könnte Au der anderen Seite hingegen kann Jupp Heynckes fast auf seinen ganzen Kader zurückgreifen. Bis auf Renato Augusto (Faserriss) und Manuel Friedrich (Trainingsrückstand) sind alle Spieler fit. Sollte die Leverkusener ihre Leistung diese Saison bis zum Saisonende konservieren können, sollte ihnen Platz 2 nicht mehr zu nehmen sein.